Skibbe droht Spielern – Schwegler kommt

Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt hat sich die Dienste von Wunschspieler Pirmin Schwegler vom Liga-Rivalen Bayer Leverkusen gesichert. Derweil droht anderen Akteuren der Hessen in der nächsten Zeit der Rauswurf.

In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen“ (Sonntagsausgabe) sagte Neucoach Michael Skibbe: „Ich gestehe den Spielern Fehler zu. Aber diese Geduld ist endlich. Wenn einer es gar nicht kapiert, dann ist er nicht mehr dabei.“

Definitiv nicht mit dabei in den nächsten Woche in der vom FC Schalke 04 verpflichtete Schlussmann Ralf Fährmann. Der Keeper zog sich im Trainingslager in Hermagor einen Mittelhandbruch zu und wird rund vier bis sechs Wochen pausieren müssen. Somit kann er vorerst seine Hoffnung auf den Stammplatz zwischen den Pfosten, um den nun zum Saisonbeginn Markus Pröll und Oka Nikolov streiten, vergessen.

Die Torwartsituation ist allerdings auch Skibbes kleinstes Problem. In Anbetracht an die bisher ernüchternd verlaufende Saisonvorbereitung hatte der Fußball-Lehrer noch vor der zweiten 0:3-Testspiel-Schlappe am Samstag gegen FCU Timisoara angekündigt: „Wenn jemand denkt, er kann machen, was er will, wenn sich jemand nicht an die Marschroute hält, dann muss er ausgesondert werden.“ Auf jeden Fall will Skibbe vor Saisonbeginn jene vier, fünf Spieler ausmustern, „die in meiner Beurteilung ganz hinten stehen. Sie können dann überlegen, ob ein Vereinswechsel nicht besser ist für sie„, erklärte der 43-Jährige.

Große Hoffnungen setzt der Coach in den nach einem harten Transfer-Poker aus Leverkusen losgeeisten Schwegler, der die nach dem Weggang von Michael Fink (Besiktas Istanbul) und Junichi Inamoto (Stade Rennes) entstandene Lücke im defensiven Mittelfeld füllen soll. „Wir waren auf der Suche nach einem Spieler, der auf der „Sechs“ spielen kann. Das kann Pirmin gut. Ich freue mich, dass es mit seiner Verpflichtung geklappt hat„, sagte Skibbe. Er hatte Schwegler 2006 als damaliger Leverkusener Trainer zum Bundesliga- Debüt – ausgerechnet gegen Eintracht Frankfurt – verholfen.

Schwegler, dessen Kontrakt in Leverkusen noch bis Sommer 2010 lief, erhält bei den Frankfurtern einen Dreijahresvertrag bis zum 30. Juni 2012. Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen hatte mit den Bayer- Verantwortlichen lange um die Verpflichtung des Schweizer U 21- Nationalspielers gefeilscht, weil der Werksclub diesen zunächst nur ausleihen wollte und zuletzt eine Million Euro gefordert hatte. Beides hatte Bruchhagen abgelehnt. Bei einem Treffen mit Bayer- Manager Rudi Völler in München erzielte der Vorstandsvorsitzende nun eine Einigung. Über die Höhe der Ablösesumme vereinbarten beide Vereine Stillschweigen. (dpa)

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