Robert Enke begeht Selbstmord

Die Fußball-Welt ist geschockt: Der Keeper von Hannover 96, Robert Enke, hat sich das Leben genommen. Dies teilte sein Berater Jörg Neblung mit.

Der Deutschen Presse-Agentur „dpa“ sagte er: „Es war Selbstmord.“ Nähere Angaben wollte er zunächst nicht machen. Zuvor hatte die Polizei mitgeteilt, dass vieles auf einen Suizid des 32-jährigen Nationaltorwart an einem Bahnübergang hindeute. Gegen 18.25 Uhr war Robert Enke am gestrigen Dienstagabend (10.11.2009) von erfasst und getötet worden. Robert Enke hinterlässt seine Frau Teresa und eine acht Monaten alte Tochter, die erst im Mai diese Jahres adoptierte wurde.

Bis weit in die Nacht wurden die Unglücksstelle an einem Bahnübergang in Neustadt am Rübenberge Untersuchungen durchgeführt. Vor dem Stadion von Hannover 96 versammelten sich noch am Abend zahlreiche Anhänger des Clubs und trauerten um Enke, der nur 32 Jahre alt wurde. „Das ist ganz furchtbar„, sagte 96-Präsident Martin Kind. „Ich bin fassungslos„, meinte Jörg Schmadtke.

Auch im Quartier der deutschen Nationalmannschaft in Bonn löste die Nachricht von Enkes Tod ebenfalls große Trauer und Bestürzung aus. Bundestrainer Joachim Löw und Manager Oliver Bierhoff informierten die Nationalspieler und Betreuer. „Wir sind alle geschockt, uns fehlen die Worte„, sagte Bierhoff in einer ersten offiziellen Reaktion. Löw und die Mannschaft um Teamkapitän Michael Ballack hatten am Dienstagabend nach einer ersten Übungseinheit für die letzten beiden Test-Länderspiele 2009 von dem Unglück erfahren.

Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger war tief geschockt und zeigte sich betroffen: „Wir sind fassungslos und voller Trauer. Unser ganzes Mitgefühl gilt der Frau von Robert Enke und seiner Familie.“ Robert Enke hatte zusammen mit seiner Frau Teresa erst im Mai dieses Jahres ein damals zwei Monate altes Mädchen adoptiert. Im September 2006 verstarb ihre gemeinsame Tochter Lara an einem Herzfehler, sie wurde nur zwei Jahre alt. Damals löste das Schicksal der Enke-Tochter große Anteilnahme bei den Fans in Deutschland aus. Robert Enke „ war labil„, so Kind. Dies sei wohl in der Öffentlichkeit niemanden aufgefallen.

Wie der DFB hinsichtlich des bevorstehenden Länderspiels am kommenden Samstag in Köln gegen Chile vorgehen wird, ist derzeit noch unklar. Für den heutigen Mittwoch 12.30 Uhr wurde in Bonn eine Pressekonferenz angekündigt. Wer daran teilnehmen wird ist zunächst noch unbekannt. Offenließ der DFB, ob sich Joachim Löw oder Teammanager Bierhoff dann äußern werden.

Enke hatte die letzten WM-Qualifikationsspiele aufgrund einer Bakterien-Infektion des Darmes pausieren müssen. Auch für die letzten beiden Testspiele des Jahres war Enke nicht in den Kader berufen worden. Löw hatte dem 32-Jährigen aber deutlich zu verstehen gegeben, dass er auch weiterhin der Favorit auf den Torwartposten für die WM 2010 in Südafrika sei. Der DFB wurde erst unmittelbar nach dem ersten Training in Bonn von der Katastrophe unterrichtet. Das für den heutigen Vormittag angesagte Training, wo auch Kamerateams und Reporter zugelassen waren, fällt aus.

Nach der EM 2008 in Österreich und der Schweiz und dem Rücktritt von Jens Lehmann war Enke schnell die Nummer Eins im DFB-Tor geworden. Im März 2007 feierte Enke beim 0:1 gegen Dänemark sein Debüt. Beim Confed Cup 1999 hatte er zum DFB-Kader gehört, blieb aber ohne Einsatz. In sechs von elf Länderspielen in der Saison 2008/09 stand Enke zwischen den Pfosten. Der Nationaltrainer hatte sich allerdings nicht ausdrücklich für Enke als neue Nummer Eins ausgesprochen, so dass sich dieser auch weiterhin dem Konkurrenzkampf mit Rene Adler, Tim Wiese und Manuel Neuer stellen sollte.

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) war tief betroffen von der Nachricht von Enkes Tod. „Wir trauern um ihn und unser Mitgefühl ist bei seiner Frau, seiner Familie, seinen Angehörigen und vielen Freunden», so Wulff am Dienstagabend.

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