Fußball WM 2010: England schlägt Slowenien und steht im Achtelfinale

Als der Schlusspfiff ertönte, lagen sich die Spieler aus England in den Armen. Nach dem 1:0 (1:0)-Sieg gegen die slowakische Nationalmannschaft in der Gruppe C, im Nelson-Mandela-Bay-Stadion, feierten die Profis von der Insel ihren zehnten Einzug in die Runde der letzten 16 bei einer Weltmeisterschaft.

Jermain Defoe (23.) erzielte vor 41.300 Zuschauern in Port Elizabeth den entscheidenden Treffer und schoss die „Three Lions“ in den siebten Fußball-Himmel. Fußball-Zwerg Slowenien scheiterte hingegen, weil die US-Amerikaner ihr Parallelspiel gegen Algerien ebenfalls mit 1:0 gewannen und somit in letzter Minute das Ticket fürs Achtelfinale gelöst haben. England-Coach Fabio Capello konnte mit seinem Team rundum zufrieden sein. Und das war er auch. „Ich bin extrem glücklich. Diese Leidenschaft, diesen Kampfgeist wollte ich sehen. Jetzt stimmt es im Kopf. Ich habe meine Mannschaft wieder und bin absolut happy„, so der 64-Jährige Italiener.

Gute Einstellung der Engländer

Das Fußball-Mutterland hatte eine sehr starke Anfangsphase und spielte mutig und druckvoll auf das Tor von Slowenien-Keeper Samir Handanovic.

Die erste Großchance münzten die Engländer in einen Treffer um. Mittelfeldspieler James Milner, der eine überragende Partie zeigte, flankte scharf in den Strafraum- Stürmer Defoe ließ sich nicht zweimal bitten und drückte den Ball mit dem Fuß über die Linie.

Nach dem hochverdienten Führungstreffer spielten die Profis von der Insel weiter nach vorne. Der gleiche Fehler wie beim 1:1-Auftaktgruppenspiel gegen die USA, als man nach der Führung einen Gang zurückschaltete, sollte verhindert werden. Und das klappte auch.

Angetrieben von Frank Lampard und Kapitän Steven Gerrard kamen die Engländer zu guten Tormöglichkeiten. Zuerst hatte Gerrard das 2:0 auf dem Fuß, jedoch scheiterte der Profi vom FC Liverpool aus 15 Metern am souveränen Torhüter Handanovic (31.). Bei der zweiten guten Chance, rettete der slowenische Abwehrspieler Miso Brecko vor dem erneut einschussbereiten Gerrard.

Slowenien hatte nur wenige Schüsse aufs Tor und blieb in der Offensive harmlos, aber auch ideenlos. Milivoje Novakovi? vom Bundesligisten 1.FC Köln blieb in der 1. Hälfte blass und versprühte wie sein Team keine Torgefahr in Richtung England-Keeper David James.

Im zweiten Spielabschnitt ging das Katz- und Maus-Spiel wieder von vorne los. England mit mehr Spielanteilen, mehr Ballbesitz und mehr Großchancen. Slowenien machte weiter keine Anstalten, von der Defensive auf die Offensive umzuschalten. Trainer Matjaz Kek schickte wie Kollege Capello- nach der 1. Halbzeit- eine unveränderte Elf aufs Spielfeld. Jedoch waren die „Three Lions“ am Drücker und wollten den Sack endlich zu machen. Defoe vom Premier-League-Club Tottenham Hotspur, traf zwar ins Netz, jedoch zählte sein zweiter Treffer nicht, da Sturmpartner Wayne Rooney im Abseits stand (49.).

Als 58 Minuten gespielt waren, hatte Rooney die nächste Großchance. Der ManU-Star scheiterte letztendlich am Pfosten und an seinem Torinstinkt. Letzterer ist normalerweise immer bei Rooney vorhanden, dennoch ist er bislang torlos bei dieser Fußballweltmeisterschaft.

„Die Kleinen Drachen“ kamen erst gegen Ende der Partie zu Möglichkeiten. Novakovic hätte fast völlig überraschend das 1:0 erzielt- sein Schuss wurde aber von Abwehrchef John Terry geblockt. Auch der Nachschuss vom zuvor eingewechselten Zlatko Dedic fand nicht den Weg ins Tor.

Obwohl in den letzten Spielminuten Hektik auf beiden Seiten aufkam, konnte England das 1:0 verdientermaßen über die Zeit bringen und somit als Gruppen-Zweiter ins Achtelfinale einziehen. Die wieder versöhnten englischen Fans feierten ihre Mannschaft mit der Nationalhymne des Landes „God save the Queen“. Der hochgejubelte Torschütze der England-Elf, fand die passenden Worte: „Davon träumt man. Ich bin froh, dass wir durch sind. Es war eine ziemliche Zitterpartie„, freute sich Defoe, „wir haben gewonnen, das ist das Wichtigste. Es war wie ein Pokalfinale, die Jungs waren heiß. Das frühe Tor war sehr wichtig.“ (SAVAS SAVIDIS)

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