EM 2008: Stimmen zum Finale Deutschland – Spanien

Nachdem die deutsche Fußball-Nationalmannschaft das EM-Finale am Sonntag (29. Juni) gegen Spanien mit 0:1 (0:1) verloren hat, sammelte die Deutsche Presse-Agentur (dpa) die wichtigsten Stimmen zum Spiel.

Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Horst Köhler, fing die dpa unter anderem auch die Stimmen von Bundestrainer Joachim Löw, den spanischen Trainer Luis Aragones, dem Schützen des goldenen Tores Fernando Torres und dem Kapitän der deutschen Nationalmannschaft Michael Ballack ein. Letztgenannter wird seinen Ruf als ewiger Zweite einfach nicht los.

Michael Ballack:
Es ist immer enttäuschend, wenn man ein Finale erreicht und dann verliert. Die Mannschaft hat im Großen und Ganzen eine großartige EM gespielt, aber leider ein oder zwei Fehler zu viel gemacht. Die Spanier haben nicht unverdient gewonnen. Am Ende hat uns auch die Kraft gefehlt. Wir wollten, aber so richtig konnten wir am Ende aber auch nicht mehr. Es war ein langes Turnier.“


Bundeskanzlerin Angela Merkel:
Im Finale zu stehen, ist schon toll. Sie haben gekämpft, aber es hat nicht ganz gereicht. Bei der WM Dritter und jetzt Zweiter, das ist schon war. Vielleicht steigern wir uns in Südafrika weiter. Ich habe zu Ballack gesagt, dass wir noch ein bisschen warten müssen, bis wir ganz doll zusammen feiern können, aber dass wir uns langsam hocharbeiten.“

Bundespräsident Horst Köhler:
Zum Fußball-Europameister 2008 hat es nicht ganz gereicht – aber das Endspiel erreicht zu haben, ist ein großer Erfolg, zu dem ich Joachim Löw und der Nationalmannschaft von Herzen gratuliere. Ich bin sicher: Diese Mannschaft hat alle Möglichkeiten noch mehr zu erreichen. Spätestens bei der WM 2010 in Südafrika.“

Bundestrainer Joachim Löw:
So ein Spiel muss man jetzt erst einmal verdauen. Ich glaube, wir müssen heute die hohe Qualität der Spanier anerkennen. Klar sind wir enttäuscht, weil wir verloren haben. Trotzdem muss ich meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen, was wir in sechs Wochen erreicht haben. Ich habe jedem Spieler gesagt, er soll den Kopf nicht hängen lassen. Wir haben es geschafft, ins Finale zu kommen, das ist etwas Besonderes. Die Spanier hatten die besseren Chancen, auch wenn das Tor nicht unbedingt fallen müsste, so wie es letztlich passiert ist. Ich hatte die Hoffnung bis zur allerletzten Sekunde. Wir hatten zwei bis drei Möglichkeiten, doch letzten Endes waren wir heute nicht so zwingend wie in den vergangenen Monaten. Spielerisch waren wir in den vergangenen zwei Jahren häufig auf einem besseren Niveau als bei dieser EM. Möglicherweise hängt das mit der Drucksituation für den einen oder anderen Spieler zusammen.“


Luis Aragones (Trainer Spanien):
Wir haben unsere Sache gut gemacht. Wir haben gewonnen, Punkt, Aus. Ich werde nicht an der Spitze der Mannschaft bleiben. Mir ist keine Möglichkeit gegeben worden, um zu bleiben.“

Fernando Torres (Torschütze Spanien):
Es ist eine unglaublich Freude. Für mich geht ein Traum in Erfüllung. Eine EM zu gewinnen ist fast wie ein WM-Titel. Ich denke, wir haben während des gesamten Turniers einen guten Fussball gezeigt und somit ist es nur gerecht, dass wir den Titel gewonnen haben. Als ich den Pokal angefasst habe, war es ein überwältigendes Gefühl. Wir waren die beste Mannschaft. Wir haben unseren Platz in Europa gefunden.“

Thomas Hitzlsperger:
Wir sind am Boden nach dieser Niederlage. Spanien hat verdient gewonnen, sie haben sehr, sehr guten Fußball gespielt. Sie haben wenig Fehler gemacht und das ist auf diesem Niveau schon sehr viel wert. Wir sind sehr weit gekommen mit dem Finale, aber alle können sich noch entwickeln. Wir haben sehr viel Potenzial. So kurz nach dem Spiel ist es schwer, ein Fazit zu ziehen. Wir haben viel Gutes gezeigt, und das müssen wir mitnehmen.“

Günter Netzer (Ex-Nationalspieler):
Auch von meiner Seite Glückwunsch an die Spanier. Sie waren die beste Mannschaft des Turniers, haben außer gegen Italien fast ein perfektes Turnier gespielt. Die deutsche Mannschaft ist im Wachstum begriffen, aber heute wurden ihr die Grenzen aufgezeigt. Die Spanier sind eine eingespielte Mannschaft, da müssen wir hin. Bei der Chance Ballacks in der 68. Minute glaubte man, dass nun ein Ruck durch das Team geht, aber die Spanier haben das wieder unter Kontrolle bekommen.“

Giovane Elber (früherer Bundesliga-Profi und Spielkommentator im brasilianischen TV):
Die Deutschen haben früh das Handtuch geworfen. Die Überlegenheit der Spanier war so groß, so groß, dass die Deutschen wie eine Schulmannschaft ausgesehen haben, die gegen eine Profimannschaft spielt.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht nach
dem Endspiel mit Michael Ballack

(dpa)

Ein Kommentar

  1. Hallo,

    so jetzt mal noch ein Wort von mir.
    Ich hoffe mir ist niemand böse wenn ich sage dass ich von unserem Teamleader Michael Ballack masslos enttäuscht bin.
    Ich verstehe nicht was da andere Spielmacher anders machen, er hatte in dem ganzen Turnier nicht ein Spiel geführt wie es ein Sneider , oder Xavi , oder Altintop machten (gegen Portugal war es Schweinsteiger ) von einem Spielmacher erwarte ich mehr .
    Schade dass wir keinen erfahrenen Spielmacher in unseren Reihen haben.

    Gruss J.

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