EM 2008: Löw zieht positive Bilanz

Fünf Tage nach dem verlorenen Finale der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz gegen Spanien (0:1) hat National-Trainer Joachim Löw ein positives Fazit der EM-Endrunde gezogen.

Auf der Pressekonferenz in Frankfurt/Main sagte der Übungsleiter: „Es ist der Mannschaft gelungen, die WM-Stimmung von 2006 mit hinüberzunehmen in die EM. Die Entwicklung der Mannschaft ist hervorragend gewesen, sie hat aber auch Schwankungen gezeigt und konnte Leistungen auf Topniveau nicht in jedem Spiel wiederholen.“ Seine Mannschaft habe sehr viel investiert in die Euro. Die Iberer waren das einzige Team, die das Niveau über alle sechs Partien halten konnte.

Auch in der Zukunft werde Löw auf junge Akteure wie Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm oder Lukas Podolski bauen, betonte er. „Die Generation der Jungen hat eine große Zukunft, da dürfen wir einiges erwarten. Die Entwicklung ist noch nicht zu Ende.“ Zudem zeigte er sich erfreut über die Zusammenarbeit mit allen Spielern seines EM-Kaders vom Trainingslager auf Mallorca bis zum Endspiel im Wiener Ernst-Happel-Stadion. „Es gab Anspannung und Konflikte, aber keine einzige Disziplinlosigkeit. Über 45 Tage hat die Mannschaft mit ihrem Auftreten viele Sympathien gewonnen.“


Das Turnier habe der 48-Jährige bisher nicht mit seinem Trainer-Stab analysiert. Am 1. August werde er mit den Vorbereitungen für die WM-Qualifikation beginnen. In der Qualifikation für die EM 2010 in Südafrika treffen die Kicker von Löw unter anderem auf EM-Halbfinalist Russland. „Die Russen werden uns am meisten zusetzen. Aber ich bin überzeugt, dass wir auch diese Hürde meistern„, so Löw, der sich in diesem Monat erstmal Urlaub gönnen wird.

Mit Schlussmann Jens Lehmann habe es bisher kein Gespräch über die Zukunft des 38-Jährigen gegeben. „Da werden noch ein paar Tage ins Land gehen„, erklärte Löw, stellte aber mit Blick auf nachrückende Torhüter wie den Leverkusener Rene Adler auch fest: „Irgendwann wird es einen Generationswechsel im Tor geben müssen.“


Seine Strafversetzung auf die Tribüne im letzten Vorrundenspiel gegen Gastgeber Österreich kann Löw auch beinahe drei Wochen später nicht nachvollziehen und empfindet diese ungerecht. „Ich habe niemanden beleidigt. Ich hatte erwartet, dass ich erstmal ermahnt werde„, schildert der Coach die Vorfälle vom 16. Juni. Anschließend wurde Löw durch die UEFA für das Viertelfinale gegen Portugal ebenfalls auf die Tribüne verbannt. Das Spiel von dort aus zu verfolgen, sei eine „unglaubliche Anspannung“ gewesen.

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