EM 2008: Internationale Pressestimmen zu Deutschland – Spanien

Tag 1 nach der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz und wie wohl schon jedem bekannt sein dürfte, unterlag die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Finale den Spaniern mit 0:1 (0:1).

Während bei der deutschen Mannschaft nach der Final-Niederlage Wunden lecken angesagt ist, sieht es bei den Iberern doch ein wenig anders aus. Sie feiern den ersten Titel seit 44 Jahren. Mann des Tages war Fernando Torres, der in der 33. Minute mit seinem Tor den EM-Titel für sein sein Team sicherte.

Wie bei jedem Spiel von Deutschland, haben wir hier wieder einige wichtige und interessante internationale Pressestimmen zusammen getragen und veröffentlicht.

Internationale Pressestimmen zum Spiel Deutschland – Spanien (0:1):


SCHWEIZ:

  • Neue Zürcher Zeitung (NZZ): „Erlösung nach 44 Jahren. Die Spanier verschwendeten ihre Tormöglichkeiten, spielten so lustvoll und unbeschwert wie Kinder auf dem Hinterhof. Es war eine Finalpartie, die nur einen Sieger verdient hatte und die noch ein letztes Mal unterstrich, welche Stilmittel in diesem Jahr definitiv in Mode sind – es ist der Offensivfußball der Spanier, die mit dieser Art nicht nur das Publikum betören; sie können auf diese Weise auch die wichtigen Spiele gewinnen.“
  • Berner Zeitung: „Torres erfüllte Spanien den großen Traum. Diesmal hielt Spanien von A bis Z durch – auch dank Torres, dem Mann des Spiels, der den Wiener Walzer nach Belieben tanzte. Deutschland dagegen hatte viel Willen zu bieten, fand aber gegen die große spielerische Qualität des Gegners kein geeignetes Mittel.“
  • Blick: „Viva Espana! Viva Torres! Die ewigen Verlierer aus Spanien holten sich den zweiten Titel nach 1964. Der Erfolg der ‚Furia roja‘ war verdient. Das Endspiel war des Turniers absolut würdig. Zwei Mannschaften mit unterschiedlichen Fußball-Philosophien prallten aufeinander, die ihre Tugenden zur Waffe machten. Und da hatte die Seleccion mit ihrem filigranen Kurzpassspiel die entscheidenden Vorteile.“
  • Le Matin: „Fernando Torres, 44 Jahre danach. 22:36 Uhr: Die rote Hälfte des Ernst-Happel-Stadions zur Rechten explodiert, die weiße Hälfte zur Linken kippt in die Verzweiflung. Spanien hat eine fehlerlose Leistung abgeliefert und alle sechs Spiele gewonnen. Im Finale hat es den deutschen Motor sauber abgewürgt.“
  • Basler Zeitung: „Ein Triumph der Klasse. Mit den Spaniern holte jene Mannschaft den Titel, die bei der EURO den schönsten Fußball spielte. Deutschland mit seinem angeschlagenen Kapitän Michael Ballack zeigte pro Halbzeit zehn gute Minuten, das war enttäuschend wenig.“


Spanien:

  • El Mundo: „Spanien erobert Europa. Spanien hat den letzten Fluch gebrochen. Ganz Spanien schrie ‚Tor‘, als Torres in der 32. Minute Lehmann bezwang. Treu zu ihrem Fußball von immer, beendete Spanien das Turnier mit einer makellosen Statistik. Ohne eine Niederlage. Und mit einem Sieg, der den Kurs seiner fußballerischen Geschichte ändern kann.“
  • Nachrichtenagentur EFE: „Spanien regiert Europa! Die spanischen Spieler versagten auf der letzten Etappe zum Ruhm nicht und überwanden eine deutsche Auswahl, die nicht mehr als die Physis zu bieten hatte gegenüber dem Überfluss an Technik einer Gruppe, die dank Aragones mit diesem Titel die schmeichelhafte Zukunft materialisierte, die ihnen als Jugendliche vorhergesagt worden war.“
  • El Pais: „Der Ruhm für den Besten. Spanien eroberte den Titel gegen Deutschland mit Grandezza und bekam dafür ungeteilte Bewunderung. Es gibt viele Wege, die zum Ruhm führen, aber selten erreicht man den Gipfel wie es gestern der Sieger der Europameisterschaft machte. Der Purpur war für jene Mannschaft, die am besten gespielt hat, die am meisten Tore geschossen hat, die am meisten Stil gehabt hat, die den Weltmeister eliminierte, die mit dem Fluch vom 22. Juni aufräumte, und im Endspurt den Angriff Deutschlands abwehrte, das nicht irgendwer im Fußball ist. Spanien gewann nicht nur nach 44 Jahren wieder einen Titel, es machte es auf eine blendende Art und Weise. Vom Anfang bis zum Ende des Turniers.“
  • Marca: „Die Könige Europas. Es ist soweit, wir müssen uns nicht mehr die Augen reiben: Es ist wahr! Wir sind EUROPAMEISTER. Jawohl, in Großbuchstaben, weil mit Größe haben wir diesen EM-Pokal gewonnen. Endlich wurde Recht gesprochen und der beste Fußball mit einem Titel belohnt. Die Freude, die das ganze Land erfasst hat, personifiziert in Casillas, als er in Wien die Trophäe der Champions des Alten Kontinents in den Himmel von Wien stemmte, ist der beste Lohn für diese Helden des totalen Fußballs.“
  • ABC: „Europameister! Die spanische Nationalmannschaft von Luis Aragones hat den Traum verschiedener Generationen wahr gemacht und beendete 44 Jahre der Frustrationen, um den spanischen Fußball endlich an der Spitze zu installieren.“
  • As: „Spanien, ein makelloser Champion. Spanien ist Europameister. Das klingt seltsam. Aber einmal prämierte ein Turnier auf höchstem Niveau jene Nationalmannschaft, die während der drei Wochen den besten Fußball gezeigt hat. Man sprach von Holland, dann von Russland, man verwies auf den Fluch des Viertelfinales, man wandte ein, dass Italien immer sehr konkurrenzfähig ist, und dann kam da noch das ewige Glück der Deutschen. Aber nichts von alledem: Ein Tor von Torres im alten Prater brachte Spanien den zweiten EM-Pokal. Eine schöne Geschichte, die wir noch unseren Enkeln erzählen werden.“

2 Kommentare

  1. Ich glaube, ich werde in meinem ganzen Leben nie wieder ein derart extrem einseitiges Endspiel sehen. Der Sieg der Spanier hätte viel höher ausfallen müssen.

    Tja, da sieht man, wozu die deutsche Mannschaft in der Lage ist, wenn man den Bonus „Heim-WM“ weglässt.

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